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Schafwäscher

Die Ortsgeschichte von Wasserstetten

Wasserstetten, das bis 1511 nur den Ortsnamen Stetten trug, wurde vermutlich im Frühmittelalter von Dapfen her begründet. Es hatte nie eine eigene Markung, sondern war stets mit Dapfen verbunden.Nachweisbar seit dem Jahr 1818 wurden in der Lauter (anfangs in Dapfen und seit 1837 bis 1948 in Wasserstetten) Schafe gewaschen und anschließend die Schafschur durchgeführt. Wasserstetten war dabei einer der ältesten und meist besuchten Schafwäschereien Süddeutschlands. Über mehr als 100 Jahre gingen bei der Brücke in Wasserstetten jedes Frühjahr bis zu 20.000 Schafe durch die Wäsche. Dutzende von Schäfern wanderten mit ihren Herden nach Wasserstetten zur Schafwäsche.

Schafwäsche Anno 1927
Schafwäsche Anno 1927

Die Schafwäsche früher

Einen Tag vor der Wäsche erfolgte die sogenannte Schwemme, um die verschmutzte Wolle gründlich einzuweichen. Dabei wurden die Schafe durch ein enges Doppelgatter getrieben, das direkt in den angestauten Fluss mündete. So hatten die Tiere keine andere Wahl, als ins Wasser zu springen. Dieser Vorgang wurde am selben Tag nochmals wiederholt. Die folgende Nacht verbrachten die Schafe mit nassem Pelz in einem Pferch. Am nächsten Tag folgte dann die eigentliche Wäsche auf dem gleichen Weg durchs Wasser. Dabei wurden, je nach Größe der Herden, täglich 1.000 bis 1.500 Tiere der Reihe nach von den in Holzhütten stehenden Schafwäschern mit bloßen Händen durchgewaschen.

Nach festgelegtem Schema bearbeitete jeder der 4 Schafwäscher einen anderen Körperteil des Tieres. Die durchnässte Wolle trocknete, je nach Witterung, in 2 bis 3 Tagen während der Heimkehr in frisch gesäuberte Stallungen oder auf dem Weg zur anschließenden Schafschur. Der Beruf des Schafwäschers war ein überkommendes Recht innerhalb der Familie und für die Bauern der Alb ein willkommenes Zubrot zum kärglichen Einkommen aus der Landwirtschaft.

Skulptur Schafwäscher
Skulptur Schafwäscher
Infotafel Schafwäsche
Infotafel Schafwäsche

Die Schafwäsche heute

Heute erinnert an diese historische Schafwäsche eine bronzene Figur, die einen Schafwäscher zeigt, der gerade ein Schaf wäscht. Die Bronzefigur befindet sich direkt an der Brücke über die Große Lauter in Wasserstetten - dem Originalschauplatz der damaligen Schafwäsche. Im Sommer 2009 wurde die Schafwäsche im Zuge eines großen Festes erstmals wieder durchgeführt. Dabei wurden die historischen Überlieferungen genauestens angewendet. Zunächst wurde die Große Lauter aufgestaut. Die Schafwäscher führten hier dann ihre Wäsche in alten Mostfässern durch. Anschließend wurde die Schafschur auf historische Weise vorgeführt.

Burg Blankenstein

In einem Seitental der Lauter auf einem Felssporn stand die zwischen 1150 und 1250 erbaute Burg Blankenstein, von der heute nur noch der Stumpf des aus Buckelquadern errichteten Turms sowie einige Spuren im Gelände zu erkennen sind. Das gleichnamige Adelsgeschlecht hatte im 12. Jahrhundert die Ortsherrschaft über Dapfen und Wasserstetten inne. Im Jahr 1320 tritt Swigger von Blankenstein diesen Besitz an Graf Eberhard von Württemberg ab. Auch die Klöster Offenhausen und vor allem Güterstein hatten hier umfangreichen Besitz, der nach der Reformation ebenfalls an Württemberg überging.

Im 30-jährigen Krieg verloren Dapfen und Wasserstetten rund drei Viertel ihrer Bevölkerung. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Bevölkerungsstand des frühen 17. Jahrhunderts wieder erreicht. Von der Burganlage sind Reste des einstigen Wohnturmes mit mächtigen Buckelquadern erhalten, die links der Straße Wasserstetten - Eglingen etwas versteckt im Wald liegen.